
Azoren beste Reisezeit: Wetter & Tipps
· 6 Min. Lesezeit · René Reinisch
Das Wichtigste in Kürze:
- Die beste Reisezeit für die Azoren liegt zwischen Mai und Oktober, mit Juni bis September als stabilster Kernphase.
- Juli und August bringen die höchsten Temperaturen und die geringste Regenwahrscheinlichkeit, sind aber auch am stärksten gebucht.
- September verbindet warmes Meerwasser mit spürbar mehr Regen, bietet dafür aber oft ruhigere Wanderwege.
- Wer Wale beobachten will, plant am besten zwischen Frühsommer und Frühherbst, da sich die Sichtungschancen in dieser Zeit überschneiden.
Die Azoren liegen mitten im Atlantik, und genau das macht die Wetterplanung dort anders als bei den meisten Mittelmeerzielen. Statt klarer Sommer- und Wintergrenzen gibt es ein Klima, das sich in Wellen verändert: mal stabil und sonnig, mal binnen Stunden bewölkt. Wer die Inselgruppe besuchen will, sollte deshalb nicht nur nach der wärmsten Zeit fragen, sondern danach, was zur eigenen Reiseart passt.
Warum Mai bis Oktober als Hauptsaison gilt
Die Monate Mai bis Oktober bilden den Zeitraum, in dem sich mildes Klima, überschaubare Niederschläge und angenehme Wassertemperaturen am ehesten überschneiden. In dieser Phase sinkt die Wahrscheinlichkeit für tagelange Regenperioden merklich, wie sie in den Wintermonaten häufiger auftreten. Gleichzeitig steigen die Lufttemperaturen auf ein Niveau, das Wandern, Radfahren und Ausflüge zu den Kraterseen ohne dicke Jacke ermöglicht.
Innerhalb dieser sechs Monate unterscheiden sich die einzelnen Abschnitte aber deutlich. Mai und Oktober markieren die Ränder der Saison, mit spürbar kühlerem Wasser und einer höheren Regenwahrscheinlichkeit als im Hochsommer. Wer diese Randzeiten wählt, bekommt dafür günstigere Preise und weniger Trubel an beliebten Aussichtspunkten wie der Miradouro da Boca do Inferno auf São Miguel.
Juli und August: die stabilste Wetterphase
Für alle, die verlässliches Badewetter und die geringste Regenchance suchen, sind Juli und August die sicherste Wahl. Im Juli liegen die Höchsttemperaturen bei etwa 23 Grad, die Meerestemperatur bei rund 22 Grad, und der Niederschlag bleibt mit rund 32 Millimetern im Monat vergleichsweise gering. Der August legt bei den Lufttemperaturen noch einmal zu: Werte um 25 Grad sind üblich, das Meer erwärmt sich auf etwa 23 Grad, während der Regen mit rund 41 Millimetern moderat bleibt.
Diese Stabilität hat ihren Preis. Juli und August sind auf den Azoren die touristisch stärksten Monate, Unterkünfte in Ponta Delgada oder auf Faial sind entsprechend früher ausgebucht, und wer spontan eine Bootstour zur Walbeobachtung buchen will, braucht mehr Vorlauf als in der Nebensaison.
September als Kompromiss zwischen Wärme und Ruhe
September wird in mehreren aktuellen Quellen gesondert hervorgehoben, weil er zwei Vorteile kombiniert: Das Meer bleibt mit rund 23 Grad genauso warm wie im August, gleichzeitig lässt der Besucherandrang in vielen Regionen bereits spürbar nach. Wer im September auf den Inseln unterwegs ist, findet an vielen Tagen noch T-Shirt-Wetter mit Höchstwerten um 24 Grad.
Der Haken liegt beim Niederschlag. Mit durchschnittlich rund 84 Millimetern Regen im Monat übertrifft der September sowohl Juli als auch August deutlich. Das bedeutet nicht durchgehenden Regen, sondern eher kürzere, intensivere Schauer, die typisch für das insulare Klima der Azoren sind. Wer flexibel plant und Regenkleidung einpackt, kann diesen Nachteil gut ausgleichen und profitiert dafür von ruhigeren Wanderwegen, etwa rund um die Lagoa das Sete Cidades.
Frühjahr und Spätherbst als Alternative für Ruhesuchende
Mai und Juni bilden den Übergang in die Hauptsaison. Im Mai liegen die Höchstwerte bei rund 19 Grad, das Meer ist mit etwa 17 Grad noch spürbar kühl, der Regen mit rund 56 Millimetern höher als im Hochsommer. Der Juni zeigt bereits eine deutliche Verbesserung: Höchsttemperaturen um 21 Grad, Wassertemperaturen um 19 Grad und ein Rückgang des Niederschlags auf etwa 39 Millimeter.
Wer weniger Wert auf Badewetter legt und stattdessen wandern, die vulkanische Landschaft fotografieren oder die Hortensienblüte erleben möchte, findet im späten Frühjahr ideale Bedingungen. Die Landschaft ist zu dieser Zeit besonders grün, und die touristische Infrastruktur ist noch nicht auf Hochbetrieb eingestellt. Das bedeutet oft kürzere Wartezeiten bei Bootstouren und mehr Auswahl bei kurzfristigen Buchungen.
Walbeobachtung: die beste Zeit hängt von der Art ab
Ein Aspekt, der bei der Reisezeitplanung häufig zu kurz kommt, ist die Vielfalt der Walarten rund um die Azoren. Die Gewässer der Inselgruppe liegen auf einer wichtigen Wanderroute im Atlantik, wodurch unterschiedliche Arten zu unterschiedlichen Zeiten auftauchen. Pottwale sind ganzjährig in der Region heimisch, während migrierende Arten wie Blauwale eher im Frühjahr vorbeiziehen.
Wer die Chance auf möglichst viele unterschiedliche Sichtungen maximieren will, sollte den Zeitraum von Mai bis September einplanen. In dieser Phase überschneiden sich die Anwesenheit ansässiger Arten mit dem Ende der Wanderungssaison einiger Großwale, was die Wahrscheinlichkeit für eine Tour mit mehreren Artbeobachtungen erhöht.
Empfehlung nach Reisetyp
Für einen ersten Azoren-Besuch mit dem Wunsch nach verlässlichem Wetter und warmem Meer eignet sich der August am besten, trotz höherer Preise und stärkerem Andrang. Wer stattdessen Ruhe, günstigere Konditionen und dennoch angenehme Temperaturen sucht, ist mit September gut beraten und sollte lediglich flexible Tagespläne wegen der höheren Regenwahrscheinlichkeit einkalkulieren. Familien mit Fokus auf Wandern statt Baden fahren mit Juni günstiger, da die Landschaft dann besonders üppig grün ist und das Preisniveau noch unter dem der Hauptsaison liegt.
Häufige Fragen
Ist es auf den Azoren im Winter zu kalt für eine Reise?
Nein, die Azoren haben aufgrund ihrer Lage im Atlantik ein mildes, wenn auch regenreiches Winterklima ohne Frost. Wanderungen und Sightseeing sind ganzjährig möglich, allerdings mit deutlich höherer Regenwahrscheinlichkeit und kürzeren Tageslichtphasen als im Sommer.
Wie viel Regen muss ich auf den Azoren auch in der Hauptsaison einplanen?
Selbst im Hochsommer bleibt ein gewisses Regenrisiko bestehen, da das insulare Klima schnelle Wetterwechsel begünstigt. Juli und August sind mit rund 32 bis 41 Millimetern Niederschlag im Monat aber deutlich trockener als der September mit rund 84 Millimetern.
Welche Insel eignet sich für welche Reisezeit besonders gut?
São Miguel als größte und infrastrukturell am besten ausgebaute Insel eignet sich ganzjährig gut, während kleinere Inseln wie Corvo oder Flores wetterabhängige Fährverbindungen haben und deshalb besser in den stabileren Sommermonaten besucht werden. Pico und Faial sind besonders zwischen Juni und September für Wanderungen und Bootstouren attraktiv.
Muss ich für die Hauptsaison im Sommer früh buchen?
Ja, insbesondere Unterkünfte auf São Miguel und Bootstouren zur Walbeobachtung sind in den Monaten Juli und August oft Wochen im Voraus ausgebucht. Für September und Juni reicht meist ein kürzerer Vorlauf von wenigen Wochen.
Beitragsbild: KI-generiert



